Der Tag am Horizont

Der Tag war da – Horizont

Der Tag war da  –  Horizont

 

Die Wetterlage? Hochnebel. Alles zu.
Wo ist nur die Sonne geblieben?
Wir brauchen doch das Licht.
Und ins Halbdunkel kriecht die Nacht.
Die sternenlose. Wo ist Hoffnung?
Habe ich es vergessen?
Auch hinter dem Horizont
und nach der Nacht ist Gottes Welt.

Der Tag war da,
die Sonne – nicht gekommen,
und niemand sah
der Sterne Heer emporgekommen.

Der Wolken Herde
lag schwer auf matter Erde,
das Licht verblasst,
und ich – bin hier nur Gast.

Der Glocken Klang
lässt unsre Stunden weichen.
Ein letzter Gang
wird uns zum Abschied reichlich reichen.

Die Stille breitet
sich endlos aus – und weitet
den Horizont,
den Ewigkeit besonnt.

 

Theophil Tobler
Gebete – Gedichte II

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