Trost – Teil 3
Tränen, Trauer und Trost
Dieses aktuelle Thema ist in die drei Teile gegliedert Tränen, Trauer und Trost. Es nimmt Bezug auf Erlebtes, auf Konfrontationen, auf Interpretationen und auf Lösungen, die von Tränen und Trauer zum Trost führen. Am Schluss des jeweiligen Themas helfen kurze Gebetstexte die Thematik weiterzuführen.
Teil 3 : Trost
Untröstlich oder getröstet
Ein Kind weint – fast untröstlich. Andererseits sind Leiden und Traurigkeit oft unhörbar. Und auch der Trost kann unhörbar sein. Unsere junge, katholische Kirchensigristin fragte mich nach dem Tod meiner Gattin: «Wie geht es dir?» Ich fand keine Worte, um mein Empfinden zu beschreiben. Da kam sie auf mich zu und schloss mich wortlos in ihre Arme. Eine stumme Umarmung. Es war ein nonverbaler Trost. Ein Zeichen echter Verbundenheit, der Liebe. Das ist mehr als ein ‹Pflästerchen›, das auf eine Wunde geklebt wird. Das ist wie eine heilende Salbe, wie ‹Bepanthen Plus›.
Anteil nehmen tröstet. Lasten abnehmen erleichtert. Verbundenheit gibt Halt. Ein greifbares Zeichen geben oder hinterlassen schenkt liebevolle Erinnerung. Nicht umsonst werden solche Zeichen mit Blumen, mit Früchten, mit einer Pizza oder auch mit einem gemeinsamen Essen geschenkt und mit Anteil nehmenden Worten. Trösten ist nehmen und geben: Lasten abnehmen und Hilfe geben, hören, zuhören können und das rechte Wort zur rechten Zeit schenken. «Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht» singt, wer es selber erfahren hat. Untröstlich darf es als Zustand nicht mehr geben. Es darf kein Tabu-Thema sein, über Tränen, weinen und Traurigkeit zu sprechen und Trost zu suchen.
Neue Werte finden
Kürzlich sagte jemand nach jahrelanger Trauer zu mir: ‹Wir sollten auch einmal miteinander tanzen.› Es ist eine Frage wert, ob ich das besser verstehe als Mathematik. Aber ich weiss, dass mit einem christlichen Lied gesungen wird: «Du hast meine Klage in ein Tanzen verwandelt.» Ich habe es auch schon mitgesungen. Es lohnt sich, den musikalischen Wechsel von Moll zu Dur zu wagen.
Trost ist ein Wert. Trost zu suchen ist wie eine wertvolle Perle zu suchen und ihn zu finden ist wie der entdeckte Schatz im Acker; Matthäus Evangelium 13,44-45. Das ist das Neue. Neu ist es, Trost zu finden. Neu sind auch die Mitmenschen, die mit verständnisvoller Liebe Traurige und Trost Bedürftige begleiten. Es ist das Neue nach tiefer Traurigkeit und das ist wirklich Trost.
Trauer kann durch Trost verwandelt werden. Die positive Seite der Trauer ist die Möglichkeit, die Gefühle und das Leben neu zu ordnen. Der Schmerz, der mit dem Weg zum Trost verbunden ist, erweist sich als hoher Preis, dann aber als grosser Wert.
Auch unser «trotzig und verzagtes Herz», wie es der Prophet Jeremia in Kapitel 17,9 nennt, kann verwandelt werden. Im 51. Psalm wagt der Beter die Bitte um ein gereinigtes Herz, ein Herz, das von Lasten und Leere, von Tränen und Trauer, von Schuld und Schwermut befreit ist. Er betet sogar: «Mach mich zu einem neuen Menschen, der fest und beständig zu dir hält. Mach mich doch wieder froh durch deine Hilfe.» aus Gute Nachricht, Psalm 51,12 und 14. Beten ist nicht umsonst. Gebetserhörungen bestätigen es. Gottes Liebe ist die Garantie für seine Zusagen, eine Garantie ohne Ablauffrist.
Neu danken können
Trost bringt die Chance, neu danken zu können. Paulus, der grenzüberschreitende von Jesus Christus Gesandte, schreibt im zweiten Brief an die Korinther in einem für ihn so typisch umfangreichen Satz: «Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater des Erbarmens und Gott alles Trostes, der uns tröstet bei all unserer Bedrängnis, damit wir die, welche in allerlei Bedrängnis sind, trösten können durch den Trost, durch den wir selbst getröstet werden. Denn wie die Leiden Christi überaus reichlich über uns kommen, so ist durch Christus der Trost auch überaus reichlich.» 2. Korinther 1,1-5.
Trost, überreichlicher Trost – ist Grund zum Danken. Und: Getröstete können als dankbare Mitmenschen andere trösten. Getröstete trösten. Sie geben von dem weiter, was sie erfahren und empfangen haben. Getröstete sind reich gewordene Zeitgenossen, reich an Trost und reich an Dankbarkeit. Sie geben den Armen dieser Zeit was sie brauchen. Niemand kann mehr geben als vorher empfangen wurde. Aber das Empfangene teilen ist ein unbeschreiblich grosses Geschenk für beide Seiten, es ist ein Segen.
Vom Segen des Trostes
Kürzlich kam ich mit meiner Krankenpflegerin in ein Gespräch über Segen. In ihrem Beruf erlebt sie viele Kranke, Leidende, Betagte, Trost Suchende und Hoffende. Wir waren uns eins in der Gewissheit, dass Trost ein Segen ist, ein Segen, den wir schenken dürfen, ein Segen, den Gott umfassend schenkt.
Wir sprachen auch über die spezielle Form, den Segen direkt zuzusprechen, so wie eine Gabe übergeben wird, z.B. mit den Worten: «Der Herr segnet dich. Der Herr behütet dich. Der Herr lässt sein Angesicht über dir leuchten, er ist dir gnädig. Der Herr sieht in seiner Barmherzigkeit auf dich, er gibt dir Frieden», nach Numeri, 4. Mose 6,24ff. Segnen steht nicht im Programm der Haus-Krankenpflege «Spitex», aber segnen ist möglich und es geschieht, es geschieht wie gepflegt werden und wie trösten und wie getröstet werden.
Du bist mein Trost
Gebet nach der dankbaren Rückkehr aus der Notfallstation des Spitals vom 10. Okt. 2025:
Du bist mein Trost, Herr, Jesus Christ.
Wenn alles wankt,
und keiner dankt,
so weiss ich, dass du für mich bist.
Du bist mein Trost in aller Not,
bist selber da,
mir immer nah,
dein letztes Wort heisst niemals tot.
Du bist mein Trost zu jeder Zeit.
Dein Wort bleibt treu,
schafft alles neu
gibt Teil an deiner Herrlichkeit.
Zum Abschluss nenne ich noch drei kurze Erfahrungsberichte von Getrösteten:
1) «Das ist mein Trost, in meinem Elend, dass deine Verheissung mich am Leben erhält.» Dieses ausserordentlich starke und wichtige Bekenntnis bezeugt der Vertrauende in Psalm 119,50
2) «Lauter Güte ist Gott gegen die, die reines Herzens sind. Ich aber wäre beinahe gestrauchelt, als ich sah, wie es den Gottlosen so wohl ging, bis ich erfasste Gottes heiliges Walten. Nun aber bleibe ich stets bei dir, du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich. Wenn ich dich habe, wünsche ich nichts auf Erden. Es ist mir kostbar, Gott nahe zu sein. Ich setze meine Zuversicht auf Gott, den Herrn.» Es ist gut, diese Worte mit dem Beter des 73. Psalms stets auf’s Neue zu glauben und zu bekennen; aus Psalm 73,1-3 und 17-28.
3) «Bei all unserer Bedrängnis bin ich mit Trost erfüllt, ich bin überreich an Freude.» Paulus weiss als Realist, dass Trost und neue Bedrängnis, wie er es nennt, sich auch in der Zukunft abwechseln können. Aber er bezeugt ganz besonders im Blick auf die erlebte, wertvolle Gemeinschaft, das Neue – nach 2. Korintherbrief 7,4,: «Ich bin mit Trost erfüllt, ich bin überreich an Freude.»
Tränen, Trauer und Trost – das ist der Weg, der in der Verbundenheit mit Jesus Christus in eine verheissungsvolle Zukunft führt. Er segnet Sie. Er segnet dich – mit Trost und Freude.
Die nachfolgenden Gebete sind entstanden im Zusammenhang von «Tränen, Trauer und Trost». Sie können eine Hilfe bieten, um Worte zu finden in den verschiedenen Situationen des Lebens.
Gebete zu Trost und Freude
Trost der Nacht
Trost der Nacht,
habe ich dich nun gefunden
nach des Tages lauten Stunden,
Trost der Nacht.
Sprich dein Wort,
lege auf des Tages Wunden
deinen Frieden, dass gesunden
Zeit und Ort.
Trost der Nacht,
fache an das schwache Glühen,
lass durch Wärme neu erblühen,
was noch wacht.
Trost der Nacht.
Du kennst die Gedanken
Du kennst die Gedanken,
die Fragen und die Bitten.
Du siehst auch unser Wanken.
Die Kraft fehlt zu den Schritten.
Nichts sind wir ohne dich, Jesus Christus.
Du kannst Leiden wenden,
in unserm Nichtverstehen
die klare Antwort senden
und selber mit uns gehen.
Nichts sind wir ohne dich, Jesus Christus.
Du wirst bei uns bleiben,
wenn Liebste von uns gehen,
es uns ins Herz einschreiben:
Es gibt ein Wiedersehen,
denn Leben ist bei dir, Jesus Christus.
Nichts kann von deiner Liebe trennen
Nichts kann von deiner Liebe trennen,
nicht Not und Traurigkeit,
du wirst in allem Leid mich kennen,
hast Hilfe schon bereit.
Dein Trost bringt Heil und neues Hoffen,
im Dunkel bist du Licht;
du hältst mir Weg und Türen offen
und du verlässt mich nicht.
Ich bin gewiss, dass deine Treue
mich nie vergessen wird;
du sagst es täglich zu auf’s Neue,
du guter Herr und Hirt.
Dir übergebe ich die Sorgen
und meines Tages Last.
Bei dir bin ich allzeit geborgen,
an deinem Tisch dein Gast.
Trost und Frieden
Dein Trost ist mir Frieden
Bin ich auch geschieden
von Nächsten und Lieben,
bist du mir geblieben.
Ich kann dich nicht sehen;
bleibt doch – mit dir gehen.
Fehlt jetzt auch das Schauen,
trägt stets das Vertrauen.
Du kennst meine Tage,
die Nächte, die Frage,
mein Warten und Hoffen,
hältst Türen mir offen.
Dein Trost ist mir Leben.
Dein Leiten und Geben
sind Glück auf den Wegen,
für alle ein Segen.
Der Tod wird nicht mehr sein
Der Tod wird nicht mehr sein.
Durch dich, Herr Christ, allein
sind Schmerz und Leid nun überwunden,
mit dir wird Leben neu gefunden.
Ein froher Tag bricht an.
Des Dunkels schwerer Bann
ist durch dein helles Licht gebrochen
wie die Verheissung es versprochen.
Dein Friede heilt die Zeit,
der Horizont wird weit,
die alte Schuld ist nun vergeben.
Du gibst uns Teil an deinem Leben.
Die Hand,
Die Hand, die mich hält,
ist immer da.
Ob mir nun gefällt,
was mich traf, was ich sah:
Du selbst bist mir nah.
Und sehe ich nicht.
Was vor mir ist,
und fehlt mir das Licht,
das die Nacht mir durchmisst:
Ich weiss, dass du bist.
Der Trost der Welt
Herr, du bist der Trost der Welt.
Dir ist voll anheimgestellt,
was mein Leben je berührt.
Du bist’s, der mich gnädig führt.
Was ich hier noch leiden muss,
meine Not und der Verdruss
sind dir, Helfer, wohl bekannt;
doch du bringst ins Vaterland.
Nicht umsonst ist, was mir wird,
denn durch dich, mein Herr und Hirt,
wandelt sich’s zum guten Los.
Herr, wie bist du treu und gross!
Die Liebe bleibt
Die Liebe bleibt,
wenn alles vergeht.
Was jetzt uns noch treibt:
Die Liebe besteht.
Die Liebe reift
wie Weizen im Wind.
Wer Liebe begreift,
bleibt immer ein Kind.
Die Liebe teilt,
ihr Geben macht reich,
Und wo sie verweilt
folgt Frieden auch gleich.
Die Liebe glaubt,
wenn manches zerbricht.
Wo Böses beraubt,
schenkt Liebe ein Licht.
Die Liebe liebt,
liebt selbstlos und treu.
Die Liebe vergibt
und hofft immer neu.
Segen
Gottes Liebe bedeutet
durch Jesus Christus:
Ich liebe dich,
Ich bin bei dir.
Ich verlasse dich nicht.
Ich erhöre dein Gebet
dir und allen zum Segen.
Weitere Gebete und Segensworte
von Theophil Tobler finden Sie in



